Zwischen Integrationsoffensive und politischem Kalkül

Öffentlich stellt die Partei den Antrag als konsequenten Schritt für gelebte Integration dar. Wer fünf Jahre lang legal in Deutschland wohnt, Steuern zahlt und „hier zu Hause“ ist, soll laut Fraktionsvorsitzender Heidi Reichinnek auch mitbestimmen dürfen, „wohin dieses Land steuert“. Gerade in Großstädten, in denen Migrantenviertel längst eigene wirtschaftliche Kraftzentren bilden, kommt das Versprechen an.
Gegner halten dagegen, dass Loyalität nicht messbar sei und demokratische Teilhabe an die Staatsbürgerschaft gebunden bleiben müsse. Hinter vorgehaltener Hand geht es aber auch um Wahlarithmetik: Ein Millionenpublikum neuer Wähler könnte linke und grüne Projekte dauerhaft stärken, während konservative Hochburgen schwinden. Ob das Kalkül aufgeht, hängt nun vom nächsten Schritt ab – und der dürfte entscheidend sein.